China ist ein sehr lautes Land, der Laerm ist allgegenwaertig. Ob es im Strassenverkehr durch die Autos oder dem Baulaerm ist, im Restaurant oder beim Einkaufen. Die Beschallung ist immer da und wirklich nie zu ueberhoeren. Ich habe immer das Gefuehl das die Chinesen den Laerm gar nicht so war nehmen. Im Gegenteil, je lauter es irgendwo ist umso lauter wird sich unterhalten. Das steigert sich natuerlich, je mehr Menschen unterwegs sind. Das witzige ist, wenn sich dann mal ein Auslaender ueber den Laerm beklagt, schauen einen die Chinesen verstaendnislos an und lauschen erstmal ob es denn wirklich so laut ist.
Das Beste was mir mal passierte war, als ich mit meinem MP3 Player zum Einkaufen in den naechsten Supermarkt bin. Dort war die "Hintergrundmusik" so laut, dass ich meine Musik vom Player nicht mehr hoeren konnte. Auch beim Zugfahren ist der Geraeuschpegel enorm. Es ist sehr selten, dass ich es mal erleben durfte wenn sich Chinesen unterhalten, das dies leise geschieht. Eher habe ich das Gefuehl, das sie sich gegenseitig uebertrumpfen wollen damit ja jeder hoert was es wichtiges zu sagen gibt. Vor allem beim Telefonieren.
ayurlie - September 1, 13:19
...gibt es praktisch an jeder Ecke. In Grossstaedten gibt es ausserdem europaeische oder amerikanische Supermarktketten, z.B. Carrefour, Walmart, Tesco. Aber auch die Deutsche Metro ist inzwischen in zahlreichen Staedten vertreten. Wie auch in Deutschland, benoetigt man einen "Firmenausweis" um dort einkaufen zu koennen.
Das Lebensmittelangebot ist etwas anders wie wir es von daheim gewohnt sind. Aber in der Regel stehen im Supermarkt mehrere Regale mit importierten Lebensmittel fuer den Einkauf zur Verfuegung. Es wird u. a. angeboten: Essiggurken, Vollkornbrot, schweizer Muesli, italienische u. spanische Oliven sowie Oele, Nutella, Wurstdosen, Kaese usw. Eigentlich gibt es schon richtig viele Lebensmittel die wir von zu Hause kennen. Vor sechs Jahren war das noch nicht so, da sind viele Expats die im Sueden von China lebten nach Hong Kong gefahren um sich mit gewohntem einzudecken.
Natuerlich sind die importierten Produkte um einiges teurer als zu Hause. Wohingegen chinesische Lebensmittel deutlich guenstiger sind. Gemuese und Obst ist sogar recht preiswert im Vergleich zu Europa.
ayurlie - August 31, 16:57
Wie wir alle wissen, ist es in China ueblich mit Staebchen zu Essen. Leider faellt das nicht immer so leicht, wie es bei den Einheimischen aussieht. Gerade zu Beginn, ist man als Laie doch beim schnappen der Lebensmittel, sehr ungeschickt. Oftmals passiert es, dass die Koestlichkeit die man gerade an den Mund fuehrt, kurz vor seinem Ziel auf dem Tisch oder der Hose landen. Aber wie mit allem, Uebung macht den Meister. Und falls es ueberhaupt nicht gelingen sollte, so kann man auch nach einer Gabel oder einem Loeffel fragen. In den meisten Restaurants ist unser Besteck auf Anfrage erhaeltlich.
Hat man es dann endlich geschafft das Stueck Fleisch, Fisch oder Shrimp in den Mund zu befoerdern, stoesst man schon auf das naechste Hinderniss. Wir Westler sind es gewoehnt, Fleisch ohne Knochen und Fett zu essen. Im Fisch gibt es hoechst selten Graeten. Geschweige essen wir Shrimps mit Schale. Schaut man dem Chinesen dabei zu, stellt man sehr schnell fest wie geschickt doch das Fischfleisch von den Graeten befreit (im Mund) wird oder die Schale von den Krabben. Die Reste werden ohne Scheu auf den Tisch gespuckt. In besseren Restaurant oder wenn Auslaender am Tisch sitzen wird es in den Teller gespuckt. Die aeltere Generation spuckt die nicht gewollten Essensreste ungeniert auf den Boden. Fuer uns ist das sehr gewoehnungsbeduerftig. So wird auch beim Essen laut geschmatzt, was das normalste auf der Welt hier ist.
Wobei sich allerdings die Einheimischen wundern und es abstossend finden wenn wir uns am Tisch die Nase putzen.
Wenn man mit Chinesen zum Essen geht, glaube ich manchmal, das schon aus Absicht die exotischten Gerichte bestellt werden. Selbstverstaendlich ist auch immer etwas dabei was uns nun nicht so fremd vorkommt und wir auch moegen. Oft passiert es, dass der Gastgeber aus Hoeflichkeit einem das Essen auf den Teller legt. Natuerlich bekommt man "nur" das Beste vom Besten, wie z.B. einen Fischkopf (und das ist noch harmlos). Tja, was tun? Ein wenig darin rumstoechern und irgendwie klappt das alles nicht so mit den Staebchen (ihr seht, das kann auch seine Vorteile haben) und dann wenn der Kopf zerfleddert auf dem Teller liegt, widmet man sich den Dingen zu, die man gerne Essen und probieren moechte.
Wir Westler haben ja eine gesunde Portion Neugier, was das Essen betrifft, aus anderen Laendern. Ich finde, wir sind da sehr, sehr offen verglichen mit dem Asiaten. Denn, was hier als Unhoeflich gilt wenn man wenigstens nicht probiert, wurde von mir festgestellt, das sich der Chinese, wenn er zu Besuch in Deutschland is(s)t, sehr wohl weigert, das zu Essen was ihm auf dem Teller serviert wird.
ayurlie - August 28, 08:14
Jeder kennt sie doch, die grosse Amerikanische Coffee Shop Kette. Diese ist auch hier in fast jeder groesseren Stadt Chinas zahlreich vertreten. Nun aber habe ich in Guangzhou die Chinesische Ausgabe dieser Kette gefunden.
Voila:


ayurlie - August 27, 08:56
Eine sehr beliebte Freizeitbeschaeftigung in China ist das Einkaufen. Nicht nur beliebt bei den Chinesen, nein, auch sehr beliebt bei den Expat Ehefrauen. Es vergeht kaum einen Tag an dem sie nicht losgelassen und auf irgendwelchen Maerkten und/oder Shopping Malls rumschleichen. Immer auf der Suche nach dem ultimativen Schnaeppchen.

Eines der Dinge was das Einkaufen betrifft und mich immer wieder aufs Neue verbluefft, sind die Maerkte. Eine Bekannte nannte diese Einkaufsgebiete "Themenmaerkte", und diese Namensgebung trifft absolut ins Schwarze. Es gibt fuer alles einen "Markt". Ob es nun Bekleidung fuer Erwachsene, Babybekleidung, Computer, Stoffe, Perlen u. Schmuck, Tee, Spielzeug, Uhren, Taschen, Kuechenutensilien (um nur mal eine Auswahl zu nennen) sind. Es gibt garantiert in einem Stadtviertel von Guangzhou einen riesen Markt dazu, indem man locker mal die Orientierung verlieren kann.
Meist sind es ein bis drei (manchmal auch mehr) Hochhaeuser mit mind. vier Stockwerken. Darin befinden sich dann viele, viele kleine Shops die alle, mehr oder weniger, das Gleiche anbieten. Es ist unvorstellbar! Wenn man das dass erstemal sieht, ist man total ueberfordert von dem Angebot. Unter Garantie findet man nichts, denn man weiss einfach nicht was man nehmen soll.

So nach und nach werde ich Euch auf die Streifzuege durch diese Maerkte mitnehmen und Euch vielleicht einen kleinen Einblick in diesen Wahnsinn geben koennen. Nicht vergessen duerft ihr, dass ja neben diesen "Themenmaerkten" es noch zahllose Shopping Malls und Shopping Strassen gibt. Ich wuerde sagen, das Paradies eines jeden Shopaholik.

Den Anfang machte hier nun der Computer und Kamera Markt.
ayurlie - August 25, 09:46
Habe ich mich doch kuerzlich mit einer Freundin getroffen und sie erzaehlte mir folgende Geschichte:
Waehrend der Sommerferien passte sie fuer einige Wochen auf den Hund einer gemeinsamen Freundin auf. Nun kam es aber so, dass ihr Mann geschaeftlich nach Vietnam fliegen musste, fuer zehn Tage, und sie ihn begleiten wollte. Also, was tun mit dem Hund?
Es gibt hier eine gute Hundepension und da sollte Nando untergebracht werden. Es wurde alles arrangiert und ein Platz gebucht. Kurz bevor es soweit war, bekam ihre Putzfrau "Wind" davon und versprach, sich um den Hund zu kuemmern. Fuettern, Spazieren gehen zweimal am Tag und so weiter. Um meine Freundin davon zu ueberzeugen, dass sie das auch alles kann und eine Ahnung von Hunden hat, erzaehlte sie ihr: "Wir hatten vor Jahren selber einen Hund und haben uns gut um ihn gekuemmert. Allerdings, ist er dann groesser geworden, hat mehr gefressen und es hatte auch keiner mehr die Zeit sich zu kuemmern, weil wir alle einen Job hatten und arbeiten mussten. Da haben wir ihn eben geschlachtet."
Das zeigt uns doch wieder, wie unterschiedlich wir denken.
Was fuer uns Haustiere sind zum kosen, liebhaben und fuer die Seele, sind hier eben doch einfach nur Tiere.
Fuer uns ist das alles befremdlich, trotzdem bin ich der Meinung, das Toleranz in solchen Dingen ein unbedingtes "Muss" ist. China ist ein anderes Land und hat eine ganz unterschiedliche Kultur. Nur weil fuer uns etwas unvorstellbar ist, heisst das nicht, dass es unbedingt falsch sein muss.
Uebrigens hat sich die Putzfrau sehr gut in den zehn Tagen um den Hund gekuemmert und er lebt noch immer.
ayurlie - August 23, 14:09
Oefters werde ich gefragt, wie es denn so mit der Gleichberechtigung der Frauen hier steht. Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Mao Zedong sagte mal: "Frauen tragen den halben Himmel." Auch steht in der chinesischen Verfassung: 'Frauen geniessen in allen Bereichen...die gleichen Rechte wie Maenner."
Im Berufsleben hat dies durchaus seine Berechtigung, dort findet man Frauen in hoehren und hohen Fuehrungspositionen. Eigentlich sind sie in jeder Art von Job zu finden. Ueberhaupt hat man das Gefuehl, wenn man in dem Land ankommt, dass in China die Frauen weit emanzipierter sind im Berufsleben, wie in Deutschland.
Doch wie sieht das alles im Privaten und Familienleben aus?
In den Familienherachien stehen die Frauen noch immer weit unter den Maennern. Auch ist es noch immer so, dass jeder lieber einen Sohn haben moechte.
Ein anderes Problem der Frauen ist die Ein-Kind-Politik. Diese greift zwar in den Staedten, aber auf dem Land ist es noch immer erlaubt ein zweites Kind haben zu koennen, wenn das Erste ein Maedchen ist. Durch diesen ganzen "Sohn-Wahn" kommt es oft vor das Foeten abgetrieben werden. Zwar ist es dem Arzt verboten das Geschlecht den Eltern bekannt zu geben, aber daran halten tut sich wohl kaum einer. Wo kein Klaeger, auch kein Richter. Durch dieses Verhalten herrscht natuerlich hier ein Frauenmangel und es kommt nicht selten vor, das Frauen verschleppt und Zwangsverheiratet werden.
Das Thema der "Konkubinen" moechte ich auch kurz erwaehnen.
Zu den Zeiten der Kaiser war das Konkubinat selbstverstaendlich und die Damen wurden reichlich vom Kaiser gehalten. Von Mao wurde damals der "Harem" verboten, obwohl er sich selber recht viele Konkubinen hielt, getarnt als Garde junger Revolutionaerinnen. Heute ist es wieder schick sich eine Zweitfrau zu nehmen, das gehoert zum Statussymbol der Neureichen. Im Jahr 2001 wurde in der Rechtssprechung, auf die Initiative des chinesischen Frauenverbandes, die Bigamie unter Strafe gestellt. Ausserdem habe ich gelesen, dass seit 2006 Beamte, die eine Geliebte haben, nicht mehr befoerdert werden.
Ob es bei uns so viel besser ist?
ayurlie - August 21, 00:32